Was ist zu Weihnachten typisch deutsch?
Diese Bräuche und Traditionen prägen das deutsche Weihnachtsfest
In der Adventszeit verwandeln sich deutsche Städte und Dörfer in festlich geschmückte Weihnachtswelten. Der Duft von Zimt, Tannengrün und Glühwein liegt in der Luft, Kinder öffnen gespannt ihre Adventskalender, und Familien bereiten sich auf das wichtigste Fest des Jahres vor. Doch was gehört eigentlich zu einem typisch deutschen Weihnachten? Dieser Beitrag zeigt dir, welche Bräuche, Rituale und Besonderheiten die Menschen in Deutschland zur Weihnachtszeit leben – und warum diese Traditionen so tief verwurzelt sind.
Advent: Vier Wochen voller Vorfreude
Der Dezember beginnt in Deutschland nicht einfach so – er startet mit dem Advent. Dieser Zeitraum umfasst die vier Sonntage vor Weihnachten und läutet die festliche Zeit ein. Viele Familien beginnen bereits Ende November damit, ihre Häuser und Wohnungen mit Lichterketten, Tannenzweigen und Weihnachtsschmuck zu dekorieren.
Adventskranz und Adventskalender: Zwei Klassiker der Vorweihnachtszeit
Fast jede Familie stellt einen Adventskranz auf den Tisch. Jeden Sonntag entzünden sie eine weitere Kerze – bis am vierten Advent alle vier brennen. Diese Tradition schafft nicht nur Gemütlichkeit, sondern macht die verbleibende Zeit bis Weihnachten greifbar.
Auch der Adventskalender sorgt für tägliche Freude, besonders bei Kindern. Vom 1. bis zum 24. Dezember öffnen sie jeden Morgen ein Türchen und entdecken Schokolade, kleine Geschenke oder liebevoll gestaltete Bilder. Viele basteln ihre Kalender sogar selbst – das verstärkt die persönliche Note und fördert die Kreativität.
Nikolaustag: Kleine Überraschungen am 6. Dezember
Am Abend des 5. Dezembers putzen Kinder in ganz Deutschland ihre Schuhe besonders gründlich. Warum? Weil sie hoffen, dass der Nikolaus sie in der Nacht mit Süßigkeiten, Nüssen oder kleinen Geschenken füllt. Diese Tradition geht auf den heiligen Nikolaus von Myra zurück – ein barmherziger Bischof, der arme Kinder beschenkte.
Nikolaus oder Weihnachtsmann?
Obwohl viele Menschen die beiden Figuren verwechseln, unterscheiden sie sich deutlich. Der Nikolaus trägt Mitra und Bischofsstab, erscheint in der Nacht zum 6. Dezember – der Weihnachtsmann hingegen besucht die Familien an Heiligabend. Besonders katholische Regionen pflegen den Nikolausbrauch intensiv, oft mit festlichen Umzügen oder Hausbesuchen.
Heiligabend: Der Höhepunkt des Festes
Während viele Länder den 25. Dezember als Hauptfesttag feiern, rückt in Deutschland der Heiligabend, also der 24. Dezember, in den Mittelpunkt. An diesem Tag versammelt sich die Familie, schmückt gemeinsam den Baum und feiert die Bescherung.
So feiern die meisten Familien den Heiligabend:
- Am späten Nachmittag besuchen viele einen Gottesdienst oder ein Krippenspiel.
- Danach folgt die Bescherung – Kinder packen aufgeregt ihre Geschenke aus.
- Der Abend endet mit einem gemeinsamen Festessen. Während manche Familien aufwendige Gerichte wie Gänsebraten oder Rinderrouladen servieren, setzen andere auf den Klassiker: Würstchen mit Kartoffelsalat – schnell zubereitet, aber bei vielen heiß geliebt.
Der Weihnachtsbaum: Stolz jeder Stube
Kaum ein Zuhause in Deutschland bleibt in der Weihnachtszeit ohne Weihnachtsbaum. Viele kaufen ihren Baum auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Forstbetrieb. Oft gehört das Aussuchen und Schmücken zur Familien-Tradition.
Warum der Weihnachtsbaum so wichtig ist
Der Baum steht im Zentrum der Feierlichkeiten. Eltern und Kinder schmücken ihn gemeinsam mit Kugeln, Lichterketten, Strohsternen und einem leuchtenden Stern an der Spitze. Manche hängen sogar echte Kerzen auf – natürlich mit Vorsicht. Diese Tradition hat ihren Ursprung in Deutschland und verbreitete sich später in viele andere Länder.
🎶 Weihnachtsmärkte und Lieder: Stimmung pur
Bereits ab Ende November öffnen in fast allen Städten und Gemeinden die Weihnachtsmärkte. Menschen schlendern durch die Budengassen, trinken heißen Glühwein, essen gebrannte Mandeln und kaufen handgefertigte Geschenke. Besonders beliebte Märkte in Deutschland findest du in Nürnberg, Dresden, Köln und Lübeck.
Musik und Atmosphäre
Weihnachtslieder gehören in Deutschland zur Adventszeit wie die Kugeln zum Baum. Klassiker wie „O Tannenbaum“, „Stille Nacht“ oder „Leise rieselt der Schnee“ erklingen überall – im Radio, auf Weihnachtsmärkten oder bei familiären Singrunden. Viele Chöre und Bläsergruppen tragen aktiv zur festlichen Stimmung bei.
Fazit: Deutsche Weihnachten leben von Herz, Ritualen und Gemeinschaft
Was ist typisch deutsch zu Weihnachten? Es sind nicht nur die Geschenke oder das festliche Essen. Vielmehr gestalten die Menschen in Deutschland die Weihnachtszeit bewusst und mit Liebe. Sie pflegen Rituale wie den Adventskranz, feiern den Nikolaustag, stellen stolz ihren Weihnachtsbaum auf und genießen den Zauber der Weihnachtsmärkte.
Diese Traditionen schaffen Nähe, Wärme und echte Vorfreude. Wer also die deutsche Kultur wirklich erleben möchte, sollte einmal Weihnachten in Deutschland feiern – stimmungsvoll, herzlich und voller gelebter Werte.

